Zeitumstellung – wie gehen wir damit um?

Alle Eltern von Kleinkindern wissen es – die Zeitumstellung kann wirklich anstrengend sein. Manche Kinder passen sich recht schnell an, manche Kinder brauchen bis zu zwei Wochen, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Wir haben eine Langschläferin und einen Frühaufsteher zu Hause. Luisa schläft gerne und oft bis 7.30/8.00 Uhr, Johannes ist monatelang um 5.30/6.00 Uhr aus dem Bett gehüpft. Seit ca. einem Monat schläft er ENDLICH etwas länger, manchmal darf ich sogar bis 7.00 Uhr im Bett bleiben.

Und Jetzt? Zeitumstellung…

Vermutlich wird Johannes morgen und die folgenden Tage/Wochen wieder um 6.00 Uhr aus dem Bett hüpfen. Damit meine ich übrigens wirklich hüpfen- nur sehr selten wird Mama-gekuschelt und ruhig in den Tag gestartet 🙂

Ich habe mich jetzt jahrelang darüber geärgert, mich beschwert, wie anstrengend das immer ist, gehofft, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird. Heuer, 2020, war für uns als Familie in vielerlei Hinsicht schwierig. Doch eines habe ich dadurch gelernt: Situationen anzunehmen, generell entspannter zu sein und jeden Moment zu genießen.

Wie werden wir also mit der heutigen Zeitumstellung umgehen?

Heute Abend dürfen unsere Kinder ausnahmsweise länger munter bleiben (Sie sind noch recht klein und haben eigentlich noch ziemlich fixe Zubettgeh-Zeiten). Da Papa arbeitet, dürfen sie sich aussuchen, ob ich ihnen vorlese, ob wir etwas Besonderes spielen oder vielleicht wollen sie sich einen Film ansehen.

Morgen früh und die nächsten Tage werden sie vermutlich trotzdem früher munter werden, vor allem unser Sausewind Johannes. Früher hätte ich mich darüber geärgert, dass ich so früh aufstehen muss, wäre genervt und müde gewesen.

Aber wisst ihr was?

Johannes und ich werden unsere Zeit zu zweit einfach genießen. Zug spielen, vorlesen, Frühstück für Luisa vorbereiten. Denn seien wir uns ehrlich? Wie oft kommt in einer Familie Exclusivzeit zu kurz? Ich drehe den Spieß einfach um:

DANKE, liebe Zeitumstellung, dass du mir Exclusiv-Zeit mit meinem Sausewind schenkst!
DANKE, dass ich eine Stunde länger Zeit für meine Kinder, Haushalt und Garten habe!
DANKE, dass ich eine Stunde länger mit meinem Mann verbringen darf!

Auch wenn es vielleicht anstrengend wird – versucht etwas Positives zu sehen – Mindset ist alles 😉

Eure Michaela

06644077349 / info@schutzengelmein.at

Meine neuen Wege in der Schlafberatung

Vor Weihnachten hatte ich überdurchschnittlich viele Schlafberatungen mit den verschiedensten Themen: Das Kind wacht früh auf, braucht lange zum Einschlafen oder weint häufig nachts auf. Manche benötigen immens viel Nähe, andere fordern Einschlafrituale, die für die Eltern schwer vereinbar sind.

Jede Schlafberatung ist anders, jede Familie hat eigene Erfahrungen, Wünsche, Möglichkeiten. Alle Kinder und auch die Eltern haben Bedürfnisse, die es gilt in Einklang zu bringen.

Manche Mamas haben Angst, etwas „falsch“ zu machen, manche Eltern möchten Angewohnheiten verändern. Manche Familien genießen das Familienbett, manche Eltern wünschen sich auf Dauer, dass die Kinder im eigenen Zimmer schlafen.

Hin und wieder brauchen die Familien „nur“ einen kleinen Tipp, wie sie eine Situation für sich als Einheit verbessern könnten, hin und wieder ist es ein längerer Prozess, damit es allen in dieser Einheit gut geht. Oft geht es step-by-step.

Manchmal haben Eltern konkrete Ziele, wenn sie mit mir in Kontakt treten, oft verändern sich „Anschauungen“ im Laufe eines Prozesses

Es gibt keine Familie, die der einen gleicht, keine Mama mit den selben Voraussetzungen und Wünschen. Aber eines haben die meisten gemein:

Sie wünschen sich mehr Austausch und Vernetzung untereinander.

Deshalb biete ich (und der Verein für ganzheitlichen Kinderschlaf) ab jetzt für alle Eltern, die schon bei einer Beratung von mir waren eine monatliche Frühstücksgruppe in gemütlicher Atmosphäre an. Ziele der Eltern-Kind-Gruppe sind Vernetzung, Stärkung, Austausch, Gespräche und Informationen rund um das Thema Kinderschlaf, sowie Anpassung der aktuellen Schlafsituation.

Ich freue mich schon sehr auf unser erstes Treffen Anfang Februar- es ist mir wirklich ein Herzensanliegen, Eltern und vor allem Mamas die Möglichkeit zu geben, in vertrauter Runde offen sprechen zu können.
Eure Michaela

www.schutzengelmein.at / 06644077349 / info@schutzengelmein.at

Meine Gedanken zu „Die Elternschule“

Gestern wurde der Dokumentarfilm „Die Elternschule“ ausgestrahlt. Ich bin ehrlich, viel habe ich nicht geschafft- es hat mich zu sehr aufgewühlt, mich zu sehr erschreckt, mich zu schnell zu traurig gemacht…

Ich versuche gerade einen klaren Kopf zu behalten und klare Worte zu formulieren.
Aber wie soll das bitte gehen?

  • Kinder werden nachts stundenlange alleine gelassen, damit sie lernen, die Nachtruhe einzuhalten.
  • Kinder werden an Armen und Beinen festgehalten, damit sie die Flasche nicht verweigern können.
  • Schon im Trailer erbricht ein Kind, dass nicht essen will

Die behandelnden Ärzte sprechen von großen Erfolgen und von Heilung…

  • Ist Erfolg, wenn man das Kind bricht?
  • Die Seelen der Kinder verletzt?
  • Sie traumatisieren?
  • Kinder aufgeben und „erstillen“?

Meine Tochter hat jahrelang kaum geschlafen, ich stand hochschwanger bis zu 15/20 Mal pro Nacht auf. Teilweise war sie bis zu drei Stunden munter oder brauchte eine gefühlte Ewigkeit um einzuschlafen.
Ich verstehe also, wenn man am „Eltern sein“ verzweifelt und sich Hilfe sucht. Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man vor Müdigkeit keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Ich weiß, wie viel Geld man bereit ist auszugeben, um etwas zur Ruhe zu kommen.
Ich weiß, wie es ist, sich immer und immer wieder zu fragen, was man nur falsch macht.

Bitte, liebe Mamas und Papas! Falsch, ist nicht, sich Hilfe zu suchen. Falsch ist, als medizinische, psychologische, beratende Fachkraft solche „Hilfe“ anzubieten!!!

Bitte, liebe Mamas und Papas! Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden. Kein Weg ist der „richtige“, der „eine“. Für die eine Familie ist das Konzept nach 1001 Kindernacht passend, andere Familien wählen eine andere Art der Hilfe.

Aber bitte, bitte, bitte!!! Hört auf euer Herz. Hört auf euren Verstand. Hört auf eure Kinder! HÖRT AUF EUER HERZ und steht diesem Film, diesem Weg, dieser Art der Erziehung kritisch gegenüber, seht nicht den „Erfolg“, seht die Kinder, seht die Qualen, die Trennungsangst, die Machtlosigkeit und tut alles dafür, dass das eure lieben Spätze nicht fühlen müssen.

Heute kurz und knapp, sonst wirds wirr warr…
Eure Michaela

Wie immer bin ich erreichbar unter info@schutzengelmein.at , 06644077349 , Facebook-Gruppe Schutzengelmein

Next Step:(Zutzifreies)Schlafen ohne Stress??

Nach rund drei Wochen ist es an der Zeit für uns zu reflektieren. Wie geht es meinem Mädchen ohne Zutzi? Wie geht es ihr beim Einschlafen? Wie geht es uns als Eltern und besonders mir als Mama mit der veränderten (Ein-) Schlafsituation?

Im Grunde klappte alles ganz wunderbar, wie im Lehrbuch: Nach 2-5 unruhigeren Nächten wurde es langsam besser. Luisa schlief besser ein, die Nächte waren ruhiger und nach kurzer Zeit fragte sie nicht mehr nach ihren Zutzis.

Luisa schlief seit einigen Monaten oft (nicht immer) alleine ein und auch gut durch. Ich muss dazu sagen, dass ich dies initiiert habe, bevor ich mit 1001 Kindernacht in Kontakt kam.
Nach unserem Einschlafritual verließ ich das Zimmer, sie hörte mich im Bad nebenan und schlief meistens innerhalb von ein paar Minuten ein.
Ich hatte ein gutes Gefühl damit, Luisa wirkte zufrieden, ruhig und geborgen in ihrem Zimmer.

Aber auf einmal: Mama! Mama! Mama! Mama!

An den ersten Abenden ohne Zutzi rief mein Mädchen öfter nach mir, verlange nochmals Wasser, das Nachtlicht oder ihr Gute-Nacht-Schaf. Völlig „normal“, völlig in Ordnung, völlig im Rahmen…
Doch plötzlich dauerte es länger, Luisa rief mich öfters, wollte immer wieder, dass ich komme.

Ich bin im Dauer-Zwiespalt. 1000 Gedanken gehen mir rund um die Uhr durch den Kopf

  • Soll ich an unserer Einschlafsituation festhalten oder bei ihr bleiben?
  • Wie kann ich meinem Mädchen helfen?
  • Ist es „nur“ das fehlende Zutzi oder braucht sie einfach derzeit ihre Mama?
  • Was werden die anderen denken, wenn ich nachgebe und mein Mädchen wieder mehr beim Einschlafen begleite?
  • Warum muss das alles nur sein?
  • Was soll ich nur tun? Ich will doch nur, dass es meinem Mädchen gut geht…
  • Ich kann nicht mehr, mir tut mein Mamiherz weh

Ich gebe es zu, vielleicht habe ich gestern geweint, nachdem ich mein geliebtes Mädchen innerhalb weniger Minuten in den Schlaf gestreichelt habe.
Ich gebe es zu, vielleicht habe ich heute Morgen geweint, als ich meiner Mama „beichtete“, dass ich nicht mehr kann und einfach bei meinem Mädchen bleiben will.
Ich gebe es zu, vielleicht habe ich noch ein bisschen mehr geweint, als meine Mama sagte: „Dann mach das doch“.
Ich gebe es zu, vielleicht weine ich jetzt auch gerade ein bisschen, weil ich meine Kinder einfach unendlich liebe, will, dass es ihnen gut geht und ich einfach nur das beste für sie will.
Ich gebe es zu, vielleicht weine ich jetzt einfach auch gerade, weil ich immer das Gefühl habe, stark sein zu müssen, für alle da sein zu müssen, alles richtig machen zu müssen.

Aber ganz ehrlich: Ich muss gar nichts außer für meine Kinder da zu sein. Beim Mama sein gibt es kein Richtig und kein Falsch. Es gibt auch kein Muss oder kein „So sollte es sein“ – es gibt ein für die Familie stimmig.

Mein Mädchen braucht ihr Zutzi nicht mehr, aber eben ihre Mama (oder wenn ich hin und wieder nicht da bin ihren Papa).
Mein Mann braucht seine Ehefrau, die auch an etwas anderes denken kann als ihre Kinder und wie es ihnen geht.
Unser Bub braucht seine Familie, seinen Papa zum Toben, seine Mama zum Ruhen, seine Schwester zum Nacheifern.
Ich brauche das Gefühl, dass es meinen Kindern gut geht. Einfach nur gut geht.

Heute Abend werde ich einfach nur auf mein Gefühl vertrauen, meinem Mädchen das geben, was es braucht, ihr die Geborgenheit, Liebe, Geduld geben, die jedes Kind verdient.

Was „die anderen“ darüber denken? Egal!
Was mein Kind dabei fühlt? Das Wichtigste!

Ich wünschte mir, dass ich viel früher zu 1001 Kindernacht gekommen wäre und viel früher den Mut gehabt hätte, auf mich und meine Kinder zu vertrauen!
Habt bitte keine Angst, euch Rat oder Hilfe zu suchen, auch eine ausgebildete Schlafberaterin zweifelt mal an sich selbst als Mama…
Melde dich gerne bei mir, wenn du Rat und Hilfe zum Thema Kinderschlaf brauchst.

Für Infos und Anmeldung zur Schlafberatung oder anderen Kursen:
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Für weitere Infos:
FB-Gruppe Schutzengelmein

Eure Michaela